» Erfahrungen mit dem SheevaPlug im längeren Einsatz

March 16, 2010 | german linux sheevaplug | Adrian Kummerländer

Da ich den SheevaPlug ja jetzt schon seit längerer Zeit einsetze und auch dieses Blog auf ihm gehostet ist, will ich jetzt einmal über meine Erfahrungen mit dem Einsatz des SheevaPlugs über längere Zeit als Webserver berichten.

Der SheevaPlug ist wirklich stabil und läuft ohne Probleme mit Debian Lenny. Als Webserver setze ich, wie schoneinmal geschrieben Lighttpd ein. Apache2 läuft zwar auch einwandfrei, jedoch ist die Erstellungszeit der Seiten mit PHP bei Lighttpd doch noch etwas schneller. Auch ist der Speicherverbrauch im RAM merklich geringer, was bei den 512 MB Ram des Plugs doch ganz nett ist.

Als Datenbankserver verwende ich MySQL, welches zwar doch eine ganz schöne größe auf dem NAND-Speicher hat aber wirklich gut funktioniert. Zur Verwaltung der Datenbanken verwende ich phpMyAdmin. Auch das läuft wirklich zufriedenstellend und schnell übers Netzwerk.

Da ich mit den Schreibzyklen und der Kapazität des NANDs möglichst sparsam umgehen möchte, habe ich /var komplett auf eine SD-Karte ausgelagert. Der SD-Reader ist schnell genug, nur wäre es schön, wenn die Karte irgendwie einrasten würde, da sie beim versehentlichen Verschieben des Plugs gerne herausrutscht. Jedoch bereue ich es mittlerweile, dass ich nicht das komplette System auf eine SD-Karte ausgelagert und im NAND nur ein Backup-OS belassen habe, da man mit nur 462 MB nicht wirklich viel machen kann. Auch steigt die Datenmenge im Speicher während der Plug läuft “zufällig” an. Er wird über die Wochen immer voller und kraxelt gemütlich den 65% entgegen (zumindest kann ich keine bestimmte Aktion meinerseits damit verbinden). Hat einer von euch eventuell eine Idee woran das liegen könnte?

Auch verursacht der MySQL-Server in ebanfalls ungleichen Abständen eine 100%ige CPU-Auslastung, ich kann daraufhin nurnoch mit SSH und nicht mer über den Webserver auf den Plug zugreifen. Das abschießen von MySQL und auch ein reboot funktionieren nicht. Gebe ich “reboot” als root ein, werden zwar entsprechende Meldungen ausgegeben, rebooten tut der PlugComputer jedoch nicht (dann hilft nurnoch der harte Weg – Strom weg). Es ist so wirklich kein guter Zustand, sollte ich einmal für mehrere Tage keinen HW-Zugriff auf den SheevaPlug haben und es würde wieder anfangen, könnte ich nichts machen um den Fehler zu beheben. Hat auch zu diesem Problem (das vllt. nicht unbedingt am Plug, sondern auch an einer Fehlkonfiguration von mir liegt) vielleicht einer von euch eine mögliche Lösung parat?

Das Netzwerkinterface des Plugs ist für mich ausreichend schnell (macht bei dem mageren DSL 2000 eh nichts aus), so wie es aussieht ist das einzige was wirklich ausbremst die Schreib- und Lesegeschwindigkeit des Speichers. Für einen Webserver reicht es jedoch ohne Probleme, nur zum Sichern der Backups könnte es schneller sein.

Im Betrieb wird der Plug nur Handwarm, das einzige was man vllt. verbessern könnte wäre das störende Blinken des Netzwerkanschlusses. Damit könnte man den Energieverbrauch sicher noch ein wenig weiter senken, denn der Plug ist wirklich festlich beleuchtet. Sitzt man im dunkeln direkt daneben, kann das Blinken und Leuchten wirklich stören. Die 1.2 Ghz der CPU reichen gut aus, schneller muss es für einen Webserver bei nicht explodierenden Besucherzahlen nicht sein (wobei das Problem vorher eher die Netzwerkanbindung nach außen wäre, aber für solche Belastungen ist der Plug ja auch nicht gebaut).

Noch etwas zu den Anwendungen die ich auf dem SheevaPlug einsetze: WordPress für diesen Blog, Piwik um euch zu überwachen und phpMyAdmin für die Datenbanken. Ebenfalls läuft Dovecot als IMAP-Server in dem die Mails meiner verschiedenen Postfächer per fetchmail gesammelt und mit procmail sortiert werden. Torrents lade ich über das Webinterface von Transmission herunter, anderes über Nacht mit at und wget.

Man sieht, der SheevaPlug lässt sich wirklich zu einigem gebrauchen und er funktioniert auch über längere Zeit gut. Als Alternative zu Debian bin ich neulich über ArchMobile gestolpert, einer Variante meiner Lieblingsdistribution für ARM, welche auch auf dem SheevaPlug läuft. Die Paketquellen sind allerdings noch etwas leer und beinhalten nicht alle Software die ich für den Webserver bräuchte. Und da ich keine Lust habe alles selber zu kompilieren (vor Arch habe ich Gentoo auf meinem Desktop eingesetzt), kommt es zur Zeit als Alternative für mich leider noch nicht in Frage. Werde aber trozdem informiert bleiben und eventuell auch einmal näher darüber berichten.

Der SheevaPlug ist wirklich ein wunderbares kleines Teil und ich habe durch ihn viel über Linux gelernt – allein dadurch hat er sich schon gelohnt.